Prüfstatistik 2020

Ein Rückblick auf die Prüfstatistik 2020 bestätigt: Die Kombination von täglicher und turnusmäßiger Prüfung zeigt Wirkung, denn die Anzahl der 2020 verhängten Sperrungen ist deutlich gesunken. Jörg Bungartz gibt einen Überblick.

Zur Sicherstellung der verfahrens- und definitionsgerechten Messung für die von der IVW veröffentlichten Nutzungsdaten, werden sämtliche der IVW-Kontrolle unterstellten Digitalangebote mindestens zweimal im Jahr einer ausführlichen turnusmäßigen Prüfung unterzogen.

Diese turnusmäßigen Prüfungen der IVW finden in der Regel zufallsgesteuert statt, d.h. Sie können jederzeit in beliebigen Abständen zueinander erfolgen. Die Aufgabe, welche digitalen Angebote in einer Prüfwoche einer Kontrolle zu unterziehen sind, übernimmt dabei der speziell für die Prüfaufgaben der IVW entwickelte „Prüfmanager“. Eine Software, die sowohl die Prüffrequenz festlegt, als auch die Prüfergebnisse dokumentiert und die Kommunikation mit den IVW-Mitgliedern verwaltet.

Neben der Richtigkeit der Zusammensetzung eines Angebotes kontrollieren die Digital-Prüfer der IVW in einer Turnusprüfung primär, ob die Aktionen von Nutzern beim Besuch eines digitalen Werbeträgers zur richtlinienkonformen Zählung der PageImpressions führen. Des Weiteren wird begutachtet, ob die Seiteninhalte eines Angebotes richtig und vollständig den jeweiligen Merkmalen des IVW-Kategoriensystems zugeordnet wurden. Die Prüfungsergebnisse werden von den Prüfern innerhalb der Prüfmanager-Applikation erfasst und nach Abschluss der Angebotskontrolle den Anbietern zur Bearbeitung der ggf. festgestellten Mängel online im Mitglieder-Interface zur Verfügung gestellt.

Mit der Einführung der täglichen Prüfung in 2019 setzt die IVW zur Aufdeckung von Mängeln verstärkt Analyse- und Prüftools bei den digitalen Werbeträgern ein. Jeden Tag erhält die IVW vom Prüftool Auswertungen, die auf einen möglichen Mangel aufgrund von Veränderungen bei den Gesamt-Nutzungsdaten oder der ausgewiesenen Kategoriennutzungsdaten hinweisen.

Im Verlauf des Jahres 2020 wurden insgesamt 7.928 Prüfungen durchgeführt, allerdings ist hier zu beachten, dass es sich hierbei um die Gesamtsumme aller Prüfungen, also einschließlich der AOP (außerordentlichen Prüfungen) für die täglichen Prüfung handelt, die aufgrund der oben beschriebenen Auswertungen angestoßen wurden.

Die Gesamtprüfungen 2020 verteilen sich auf 4.717 Prüfungen von stationären Onlineangeboten, 2.145 MEW-Prüfungen und 1.066 App-Prüfungen.

Werden nur die von den IVW-Digitalprüfern durchgeführten 2.600 Turnusprüfungen, der 2.964 erforderlichen TP im Jahr 2020, einbezogen, verteilen sich die TP auf 1.533 stationäre Webseiten, 621 MEW-Prüfungen und 466 App-Prüfungen.

Damit wurde eine respektable Prüfquote von 91 Prozent erreicht. Bei den Apps kam es allerdings aufgrund der corona-bedingten Homeoffice-Situation zu einer leichten Unterdeckung an #Turnusprüfungen. Dies zeigt sich auch in der Statistik zu den Nachprüfungen.

Die Statistik der Nachprüfungen belegt, dass die TP weiterhin erforderlich sind, denn in mehr als drei Vierteln der TP (Online/MEW) sind Nachprüfungen notwendig. Initial lag also ein Mangel vor, der von den Anbietern beseitigt und dessen Beseitigung erneut geprüft werden musste.

Die AOP kompensieren daher also nur bedingt die turnusmäßigen Prüfungen. Die umfangreichen Sichtkontrollen bei den Turnusprüfungen (TP) sind trotz der täglichen Prüfung erforderlich. Das Konzept aus Flächen-Prüfungen (AOP mit Filter-Regelungen) zur Erkennung von Traffic-Veränderungen, die auffällig sind und der zusätzlichen zweimal jährlich stattfindenden TP, die in der Tiefe eines Angebots prüft, hat sich bewährt.

Dieses Konzept spiegelt sich auch in der Statistik der Maßnahmen und Sanktionen wieder, hier sind von 2019 auf 2020 die verhängten Sperrungen um 37 Prozent gesunken und somit ein Beleg für die Wirksamkeit der täglichen Prüfung in Kombination mit den Turnusprüfungen.

Zu dieser positiven Entwicklung hat ebenso geführt, dass die Regelverstöße durch die zusätzlich eingeführten Kontrollmechanismen deutlich früher auffallen als vor der Einführung der täglichen Prüfung. Die IVW kann den Anbieter häufig nach einem Tag über eine nicht verfahrens- oder richtliniengerechte Datenmessung informieren. Hierdurch ist eine zügige Mängelbeseitigung durch den Anbieter möglich, wodurch nicht selten eine Sperrung der Monatsdaten vermieden werden kann.

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