IVW-Dezember-2020 und ein Jahresrückblick

Die Nutzungsdaten für den Dezember 2020 der IVW-Digital-Angebote sind seit dem 11. Januar online! Hier geht’s zur aktuellen #Monatsausweisung: ausweisung.ivw-online.de.

Außerdem werfen wir einen Blick zurück auf das Jahr 2020. Es war ein ungewöhnliches Jahr, geprägt durch die weltweite Pandemie. Aber Corona war nicht alles, auch Angebotsveränderungen bei der IVW und das Thema Datenschutz führen zu den Nutzungsdaten, die in diesem #Jahresrückblick beleuchtet werden.

Von Sarah Birkhäuser

Die IVW-Monatsausweisung im Dezember 2020

Im Dezember erzeugten geprüfte Digital-Angebote der IVW rund 49,8 Milliarden PageImpressions und 9,1 Milliarden Visits. Die Zugriffsraten liegen leicht über dem Vormonat und deutlich über dem Vorjahr. Im Dezember 2019 wurden noch 19 Prozent weniger Seiten besucht (Visits) und 20 Prozent weniger Seiten aufgerufen (PIs).

 
Quelle: IVW-Dashboard | XML-Schnittstelle

Mehr als die Hälfte (58 %) aller im Dezember 2020 erfassten PIs wurden durch Smartphone-Apps ausgeliefert, die damit weiterhin auf Wachstumskurs liegen. Stationäre Web-Angebote und mobile Websites generierten je 24 und 18 Prozent der PIs.

Quelle: IVW-Dashboard | Büro Bardohn GmbH

97 Prozent der Kategorien-Visits wurden als Bild- und Text-Inhalte ausgeliefert. Zudem zeigten sich wieder Zuwächse bei Nachrichten-Inhalten, die mit 37 Prozent nach wie vor das Top Thema waren (Kategorien-PIs). 

An einem durchschnittlichen Dezember-Tag wurden 5,5 Mal so viele Seitenaufrufe (1,61 Mrd. PIs/Tag) wie Besuche auf Webseiten (293 Mio. Visits/Tag) verzeichnet (PI/Visit-Verhältnis). Die Nutzungsentwicklung zeigt einen leichten Peak am 13. Dezember (Telefonkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder über die bevorstehenden Corona-Regelungen für die Feiertage) und die klassischen Traffic-Rückgänge um die Weihnachtsfeiertage und Silvester, insbesondere bei den Online-Angeboten. Der Dezember 2020 verhält sich damit erwartungsgemäß stabil und unauffällig im Vergleich zu den Vormonaten.

Quelle: IVW-Dashboard | Büro Bardohn GmbH

Ein Rückblick auf das Jahr 2020

2020 war ein Jahr wie kein anderes. Corona war nicht alles, doch die globale Pandemie hat das Jahr geprägt. Das ließ sich auch in der Nutzungsentwicklung von IVW-Online-Angeboten erkennen.

Während die Zugriffe am Jahresanfang auf einem stabilen Niveau von 42 Milliarden PIs und 8 Milliarden Visits lagen, erreichte die festgestellte Nutzung im März einen neuen Rekord. Einhergehend mit der sich verschärfenden Corona-Lage in Deutschland erhöhten sich die Seitenaufrufe um 14 Prozent, Webseiten wurden sogar um 32 Prozent häufiger besucht als im Vormonat. In absoluten Zahlen waren das 48 Milliarden PageImpressions und 10 Milliarden Visits. Mit einem Anstieg von rund drei Milliarden Visits war es die Visit-Höchstmarke des Jahres, zurückzuführen auf die Berichterstattung zur ersten Corona-Welle. 

Am 18. März hielt Bundeskanzlerin Merkel eine historische Fernsehansprache, in der sie dazu aufrief, das Virus ernst zu nehmen. Die Straßen wurden leerer, die Nutzung digitaler Medien stieg. Vor allem Angebote des Nachrichten- und Gesundheitsbereiches wurden vermehrt besucht. Gesundheitsplattformen (0,49 Mrd. Visits) wurden mehr als doppelt so häufig besucht wie im Vormonat (eine Erhöhung von 133 %) und Nachrichten-Websites (3,87 Mrd. Visits), die mit 38 Prozent den Großteil aller im März generierten Visits ausmachten, wurden um 52 Prozent mehr genutzt als im Februar. 

Insgesamt bewegte sich der März um 38 Prozent (Visits) über dem Vorjahresniveau. Das Nutzungsverhalten war auffälliger als in jedem anderen Monat des Jahres 2020.

Über die Sommermonate gingen die Zugriffe kontinuierlich zurück und erreichten ihren Tiefpunkt mit 41 Milliarden PIs und 7,6 Milliarden Visits schließlich im Juli. Hier zeigte die Entwicklung von Entertainment-Plattformen deutlich, dass die Unterhaltung in den wärmeren Monaten eher draußen stattfand als vor den Bildschirmen (typische „Nutzungsdaten-Badewanne“). Der vermutete Traffic-Rückgang aufgrund des Einholens eines Consent (TCF 2.0 ab 15.08.2020) im August blieb aus. Die Nutzungszahlen nahmen sogar zu, was möglicherweise durch den Media-Vermarkter United Internet Media begründet werden könnte, der seit August Teil der IVW-Ausweisung war und Nachrichtenportale wie GMX oder WEB.de umfasst. Im September verringerte sich der Medienkonsum digitaler Angebote wieder, um dann ab Oktober nahezu konstant bis hin zum Jahresende zu wachsen. Der Nutzungsanstieg im Herbst 2020 war jedoch vergleichbar mit dem üblichen Traffic-Wachstum in den Herbst- und Wintermonaten. Denn entgegen der Vermutung, dass die Zugriffe auch in der zweiten Corona-Welle wieder signifikant steigen würden, ließ sich dies nicht beobachten. Mit 49,8 Milliarden Seitenaufrufen war der Dezember der PI-stärkste Monat des ganzen Jahres.

Quelle: IVW-Dashboard | Büro Bardohn GmbH

Knapp 500 Mrd. PIs und über 100 Mrd. Visits im Jahr 2020

Insgesamt wurden im Jahr 2020 rund 102 Milliarden Visits und 547 Milliarden PageImpressions generiert. 

Damit hat sich die Nutzung digitaler IVW-Angebote im Vergleich zum Vorjahr erhöht: Es wurden 15 Prozent mehr Seitenaufrufe und sieben Prozent mehr Webseiten-Besuche erzeugt als im Jahr 2019.

Quelle: IVW-Dashboard | XML-Schnittstelle

Am Jahresende lag der Traffic um 18 Prozent über dem Level des Jahresanfangs. Bis auf die Monate Januar, Mai und Juli bewegten sich alle Monate im Jahr 2020 über dem Vorjahresniveau. In einem durchschnittlichen Monat in 2020 verzeichnete die IVW rund 46 Milliarden PageImpresssions und 8,5 Milliarden Visits auf digitalen Medienangeboten, an einem durchschnittlichen Tag 1,5 Milliarden PIs und 279 Millionen Visits. Täglich waren das knapp 99 Millionen mehr Seitenaufrufe und 36,5 Millionen mehr Webseiten-Besuche als im Jahr zuvor.

Die Anzahl der Medienanbieter, die mit digitalen Werbeträgern am Prüfverfahren der IVW teilnehmen, war im Jahr 2020 weiterhin rückläufig (IVW Geschäftsbericht).

Das Verhältnis zwischen PIs und Visits verhielt sich im Jahr 2020 insgesamt relativ stabil. An einem durchschnittlichen Tag wurden 5,4 Mal so viele Seitenaufrufe wie Webseiten-Besuche erzeugt. Besonders auffallend ist auch in diesem Kennwert der Corona-März, da in diesem Monat deutlich mehr Webseiten besucht wurden.

Quelle: IVW-Dashboard | Büro Bardohn GmbH

Nachrichten waren das Top Thema im Jahr 2020

Wo bekomme ich einen Mundschutz? Wann öffnen die Schulen wieder? Und warum kaufen eigentlich alle Klopapier? Diese Fragen wurden im letzten Jahr am häufigsten gegoogelt. Denn ein Thema hat 2020 klar dominiert: Corona. 

Zudem war „Coronavirus“ weltweit auf Platz 1 der Google-Suchbegriffe. Die Pandemie hat unser aller Leben beeinflusst. Meldungen zu Corona-Zahlen, Impfstoff-Updates und Eindämmungsmaßnahmen waren (und sind) von großem öffentlichen Interesse. 

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Doch auch andere Themen wie beispielsweise die Brände in Australien oder die Wahlen in den USA haben uns im letzten Jahr begleitet und bestimmten die Nachrichtenwelt. Es scheint also nicht verwunderlich, dass vor allem digitale Nachrichten-Websites vermehrt genutzt wurden. Sie waren das Top Thema im Jahr 2020 und lagen sowohl bei den Kategorien-PIs (38 %, 94 Mrd.) als auch bei den Kategorien-Visits (43 %, 37 Mrd.) vorn. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen sie um fünf Prozent (PI) an und generierten rund 38 Milliarden mehr Seitenaufrufe und knapp 17 Milliarden mehr Webseiten-Besuche. Dieser Traffic-Anstieg zeigt, dass das Internet als Nachrichtenmedium insbesondere in Krisenzeiten von Bedeutung ist.

Zu den PI-Spitzenreitern gehörten außerdem Sport- (17 %) und Entertainment-Inhalte (12 %). Über die Hälfte (67 %) aller erfassten Seitenaufrufe wurden im Jahr 2020 also allein durch die genannten Top 3 erzeugt. Rückläufig hingegen entwickelte sich beispielsweise die Nutzung von Spiele-Websites (minus 8 %, PI).

Mobiles Surfen weiterhin im Trend

2020 zeigt auch: IVW-Digital-Angebote wurden weiterhin überwiegend mobil genutzt. Fast drei Viertel (70 %) der insgesamt verzeichneten Visits wurden über kleinere Bildschirme wie etwa von Smartphones oder Tablets erzeugt. Nur 29 Prozent ließen sich auf stationäre Internetwerbeträger via PC oder Laptop zurückführen.

Angebotsinhalte, die in ihrer technischen Spezifikation für den Abruf auf TV-Geräten konzipiert sind, werden der Kategorie Connected TV (CTV) zugeordnet. Hierunter fallen Applikationen sowie Hybrid-TV-Inhalte (z.B. hbb-Seiten), jedoch keine normalen Websites oder mobile Internetseiten, auch dann nicht, wenn diese über einen Browser auf den TV-Geräten abgerufen werden. 

CTV spielte mit 0,1 Prozent ausgelieferter Visits nach wie vor eine untergeordnete Rolle, obgleich die Entwicklung langfristig gesehen positiv ist, während sich Online-Angebote seit Mai 2019 auf einem insgesamt eher gleichbleibenden Niveau bewegen. Die mobilen Abrufe stiegen bis zum Ende des Jahres an.

Innerhalb der Kategorie Mobil lässt sich erkennen, dass Mobile Enabled Websites (MEW) und Smartphone Apps sich auslieferungstechnisch ungefähr die Waage hielten. Tablet-Apps hingegen waren vergleichsweise von geringer Bedeutung, obwohl die Nutzungszahlen im Jahr 2020 anstiegen. Dennoch wurden 99 Prozent der Zugriffe innerhalb der App-Kategorie durch Smartphones generiert.

Quelle: IVW-Dashboard | XML-Schnittstelle

Bezogen auf die Visit-Gesamtzahl 2020 liegen mobile Websites (37 %) vorn. Es folgen Smartphone Apps (33 %) und klassische Online-Angebote (29 %).

Mehr als drei Mal so viele Single-Angebote

Für die Kontrolle von Online-Medien kann ein Angebot im Sinne der IVW-Richtlinien in Form eines sogenannten Single- oder Multi-Angebots vorliegen. Werden die Angebotsseiten unter ihrem gemeinsamen einfachen oder erweiterten FQDN (Fully Qualified Domain Name) aufgerufen, spricht man von Single-Angeboten. Wenn die Angebotsseiten keinen gemeinsamen einfachen oder erweiterten FQDN haben, die verschiedenen FQDNs aber durch eine eindeutige und offensichtliche optische Kennung zusammen gehören, erfolgt die Zuordnung als Multi-Angebot.

Im Jahr 2020 lagen Single-Angebote insbesondere bei den PageImpressions deutlich vorn: Sie machten mit 422 Milliarden PIs rund 77 Prozent aus, Angebote mehrerer Domains (Multi) hingegen nur 23 Prozent (125 Mrd). Vor allem gegen Jahresende vergrößerte sich die Differenz zwischen den beiden Statusformen.

Auch bei Betrachtung der Visits führten Single-Angebote mit insgesamt 55 Prozent, allerdings ist die Abweichung hier deutlich geringer.

Quelle: IVW-Dashboard | XML-Schnittstelle

Langfristig gesehen haben sich vor allem Single-Angebote positiv entwickelt. Multi-Angebote hingegen verhalten sich seit Mai 2019 eher stagnierend bzw. tendenziell sinkend bei den PIs und nur leicht steigend bei den Visits.

IVW geprüfte Inhalte werden zum Großteil als Text oder Bild angezeigt

Die Kategorie Format zeigt, wie die Inhalte einer Webseite dargestellt werden. Im Jahr 2020 wurden 96 Prozent aller PageImpressions Bild- und Text-Formaten zugeordnet. Video Streaming (2,79 %), Audio Streaming (0,19 %) und die Auslieferung durch andere dynamische Formate wie interaktive Animationen oder Multimedia-Specials (1 %) machten nur einen geringen Anteil aus. 

Im Vergleich zum Vorjahr nahm vor allem die Auslieferung von Videocontent ab. So machten Video-Formate im Jahr 2019 beispielsweise noch rund 7 Prozent aller generierten Seitenaufrufe aus. 

Quelle: IVW-Dashboard | Büro Bardohn GmbH
Quelle: IVW-Dashboard | Büro Bardohn GmbH

Das Format entwickelte sich bis zum Februar 2020 konstant, stieg dann einhergehend mit dem gesamten Traffic im März an und fiel danach rapide ab. Seit April bewegen sich die durch Video-Content erzeugten Kategorien-PIs auf einem gleichbleibenden Level von 0,4 Milliarden. Dieser signifikante Rückgang ist auf das Live-Streaming-Videoportal „Twitch“ (Online, MEW, Apps) zurückzuführen, das einen Großteil der Video-PageImpressions ausmachte und seit Ende März 2020 nicht mehr am Messverfahren der IVW teilnimmt.

89 Prozent aller Zugriffe (PIs) auf geprüfte Online-Angebote der IVW erfolgten im Jahr 2020 aus dem Inland. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein leichter Anstieg inländischer Zugriffe (81 %).

Quelle: IVW-Dashboard | XML-Schnittstelle

Neben saisonalen Schwankungen muss bei der Interpretation von IVW-Daten auch immer die Zusammensetzung der von der IVW geprüften Angebote beachtet werden. Wenn nutzungsstarke Angebote die Ausweisung verlassen oder hinzukommen, führt dies auch immer zu einer Verschiebung im Ranking auf Gesamtebene, aber auch beim Kategorien-Ranking.

Die Berechnungen wurden mit nicht gerundeten Werten durchgeführt. Die Daten basieren auf der XML-Schnittstelle der IVW und können von den Grundwerten der digitalen Ausweisung auf der Website abweichen, da Letztere zusätzlich zu den ausgewiesenen Angeboten auch gemessene Angebote umfasst, die mit S (Sanktion) oder M (Maßnahme) gekennzeichnet wurden, sowie „agof-nur geprüft“-Angebote. Hier finden Sie die verschiedenen Downloads über alle Angebote, die Sie schneller über eine XML-Schnittstelle beziehen und auswerten könnten.

Die einzelnen Monatsanalysen der IVW-Digital-Angebote finden Sie auf dem Blog unter dem Tag #Monatsausweisung: blog.ivw-digital.de/tag/monatsausweisung.

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